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Gemeinschaftsschule

Ein Schulfest, das verbindet: GMS Döffingen feiert Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt

Ein Schulfest, das verbindet: GMS Döffingen feiert Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt

Am Samstag, den 27. Juni 2026, feierte die Gemeinschaftsschule Döffingen ein Schulfest, das weit mehr war als ein gemeinsamer Abschluss des Schuljahres. Unter der Leitperspektive des Bildungsplans „Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt“ wurde sichtbar, was die GMS Döffingen als Schulgemeinschaft ausmacht: Unterschiedlichkeit wird nicht nur wahrgenommen, sondern als Stärke verstanden. Kinder, Jugendliche, Eltern, Lehrkräfte, Mitarbeitende, Bildungspartner und Gäste kamen zusammen, um zu zeigen, dass Gemeinschaft dort entsteht, wo Menschen einander zuhören, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig mit Respekt begegnen.

Das Schulfest bildete zugleich einen besonderen Höhepunkt der intensiven Arbeit an der Leitperspektive Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt (BTV) in den Schuljahren 2024/25 und 2025/26. Über zwei Schuljahre hinweg setzte sich die Schule in allen Klassenstufen, Projekten und schulischen Zusammenhängen mit Fragen des respektvollen Zusammenlebens, der Anerkennung von Unterschiedlichkeit, der Demokratiebildung und der Stärkung einer offenen Schulkultur auseinander. Das Schulfest zelebrierte diese Leitperspektive auf besonders sichtbare Weise: Was zuvor im Unterricht, in Projekten, im Klassenrat, in der neu aufblühenden SMV-Arbeit unter Leitung von Katharina Riehm und im täglichen Miteinander entwickelt wurde, fand an diesem Tag einen gemeinsamen Ausdruck.

Damit passte das Schulfest in besonderer Weise zum Leitbild der GMS Döffingen: „Vielfalt. Miteinander. Leben. Lernen.“ „Dieses Leitbild beschreibt nicht nur unseren pädagogischen Anspruch, sondern prägt den Alltag aller am Schulleben Beteiligten,“ so die Rektorin; und weiter: „Vor allem in der jetzigen Zeit, in der so viel Hass, Hetze, Spaltung und Diskriminierung in den Medien ist, zeigen wir, dass das friedliche und erfolgreiche Miteinander möglich und absolut notwendig ist für die gemeinsame Zukunftsgestaltung.“

Das Schulfest machte diesen Anspruch sichtbar, hörbar, in einem Projekt der Mädchengruppe „Lifestyle- Wir lernen uns in aller Vielfalt kennen“ sogar riechbar und bei Aktionen aller Klassenstufen wirklich erlebbar. Die Klassenstufen 1 und 2 hatten sich Sprachen und Weltreligionen genauer angesehen und so über fremde Kulturen lernen können. Die Klassenstufen 3 und 4 hatten sich mit Handicaps, Behinderungen, Teilhabe und Inklusion beschäftigt. Die Klassenstufen 5 und 6 arbeiteten jahrgangsübergreifend am Thema Lebensrealitäten, Klassenstufen 7 und 8 am Thema Respekt und die Klassenstufen 9 und 10 beschäftigten sich mit dem Einheitsgedanken der EU.

Bereits in der Projektwoche hatten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema Vielfalt auseinandergesetzt. In der Primarstufe und der Sekundarstufe entstanden kreative Beiträge, Plakate, Aktionen und Präsentationen. Der Auftakt des Schulfestes war bewusst als gemeinsames Zeichen geplant: Die Klassen zogen mit selbst gestalteten Schildern ein, auf denen Botschaften für Vielfalt, Zusammenhalt und Menschlichkeit sichtbar wurden. Die Stiftung Weltethos beschreibt das Schulfest als „ein Schulfest mit Botschaft“: Trotz großer Hitze war der Schulhof gefüllt, Schülerinnen und Schüler trugen selbst gestaltete Batik-Shirts und präsentierten Aussagen wie „Bunt gemischt – gemeinsam stark“, „Zuhören verbindet Menschen“ oder „Schubladen sind für Socken, nicht für Menschen“. (weltethos.org)

Ein besonderes Symbol dieses Tages waren die selbst gebatikten T-Shirts. Alle Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte gestalteten im Vorfeld eigene Shirts. Jedes einzelne Shirt war einzigartig: mit eigenen Farben, eigenen Mustern und eigener Wirkung. Gleichzeitig entstand durch diese Unterschiedlichkeit auch ein gemeinsames Bild: viele individuelle Gestaltungen, die zusammengehörten. Genau darin spiegelte sich der Grundgedanke des Schulfestes und der Schulgemeinschaft wider. Vielfalt bedeutet nicht Gleichförmigkeit. Vielfalt bedeutet, dass jede und jeder sichtbar sein darf und dennoch Teil eines gemeinsamen Ganzen ist.

Musikalisch wurde dieser Gedanke ebenfalls aufgegriffen. Der eigens vorbereitete Schulfestsong stellte das Willkommenheißen in den Mittelpunkt: „Willkommen“ wurde in verschiedenen Sprachen gesungen, unter anderem auf Englisch, Arabisch, Ukrainisch, Albanisch und Italienisch. Der Text machte deutlich, dass viele Sprachen, Stimmen und Geschichten nicht trennen, sondern eine Schule reicher machen. Besonders eindrücklich wurde dies in der Zeile: „Wir sind viele; zusammen steh’n wir hier.  Teilen Hoffnung, Mut und Träume; du und ich ergibt ein WIR.“ Den Schulhof zierte dieses Willkommen in bunten Worten.

Ein Höhepunkt des Schulfestes war die offizielle Auszeichnung der GMS Döffingen als Weltethos-Schule. Julia Willke von der Stiftung Weltethos überreichte im Rahmen der Eröffnung die Urkunde an die Schulgemeinschaft. Die Ernennung war jedoch nicht losgelöst vom übrigen Fest zu sehen, sondern fügte sich unmittelbar in dessen Grundgedanken ein. Die Stiftung Weltethos würdigte die GMS Döffingen als Schule, an der Vielfalt im Alltag gelebt wird: Das Programm zeichnet Schulen aus, die eine werteorientierte Schulkultur aktiv leben. Gerade darin zeigt sich eine enge Verbindung zum Selbstverständnis der GMS Döffingen als Leuchtturmschule für Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz.

Neben der Auszeichnung als Weltethos-Schule bot das Schulfest ein vielfältiges Programm. Nach der Begrüßung durch Frau Theimel standen unter anderem musikalische Beiträge auf dem Programm: Der Chor sang „Wir sind all, all, all nur Menschen“, Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 präsentierten „Bunte Republik Deutschland“, und zum Abschluss traten der Chor sowie die Klassen 1/2 mit einem Tanz zu „Bunt ist cool“ auf. Die Beiträge machten deutlich, dass das Thema Vielfalt nicht abstrakt blieb, sondern kindgerecht, kreativ und gemeinschaftlich angegangen wurde.

Ein weiterer bewegender Moment des Tages war die Verabschiedung von Svetlana Putzlacher, die über viele Jahre als Elternbeiratsvorsitzende das Schulleben der GMS Döffingen mitgeprägt hat. Fast zwei Jahrzehnte lang brachte sie sich mit großer Einsatzbereitschaft, Verantwortung und dem festen Willen ein, Schule für Kinder, Eltern und Lehrkräfte mitzugestalten. In der Abschiedsrede von Sabrina Zoels, der stellvertretenden Vorsitzenden, wurde hervorgehoben, dass sie in dieser Zeit vieles ermöglicht, aufgebaut und geprägt habe und große Fußstapfen hinterlasse. Ihr Engagement stand in besonderer Weise für das, was die Schule an diesem Tag feierte: Offenheit, Zusammenhalt, Respekt und gelebte Gemeinschaft. Ihr Einsatz wurde als Ausdruck von Menschlichkeit, Leidenschaft und Verantwortung für ein gutes Miteinander gewürdigt. Die Schulgemeinschaft sagte ihr von Herzen Danke für ihren langjährigen, unermüdlichen und lösungsorientierten Einsatz.

Eltern aller Klassenstufen halfen an Pommes-Stand, Getränkeausgabe und Bon-Verkauf mit. Die Organisation hatte der Elternbeirat komplett übernommen. Hier gilt Herrn Markus Rentschler ein Dankeschön für den Einsatzplan- der bei 86 Kuchen im Schülercafé, Waschen am Geschirrmobil und beim Schichtwechsel an den Fritteusen für reibungslose Abläufe sorgte.

Sicher fühlten sich alle Besucher dank des Rettungswagens mit Notfallsanitäter des DRKs mit Stephanie Köllner, die an der Schule seit diesem Schuljahr auch die Sani-AG leitet.

Für eine willkommene Erfrischung sorgten nicht nur die Rasensprenger, die die Mitarbeiter der Gemeinde aufgestellt hatten, sondern auch der Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Grafenau. Die Abkühlung auf dem unteren Schulhof wurde von Jung und Alt gern in Anspruch genommen.

Die GMS Döffingen verabschiedete an diesem Tag auch Dagmar Schuler, die nach beinahe 20 Jahren als Assistenz der Schulleitung die Schule verlässt. Über viele Jahre hinweg war sie für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte, Mitarbeitende und die Schulleitung eine verlässliche Ansprechpartnerin. In einer Schule ist das Sekretariat oft weit mehr als ein Verwaltungsort: Es ist erste Anlaufstelle, Informationsdrehscheibe, Ruhepol, Organisationszentrum und manchmal auch Troststation. Dagmar Schuler hat diese Rolle über viele Jahre mit großer Verlässlichkeit, Erfahrung und Menschlichkeit ausgefüllt. Auch ihr galt beim Schulfest ein besonderer Dank der gesamten Schulgemeinschaft, den die Schulleiterin Verena Theimel folgendermaßen auf den Punkt brachte: „In meiner Anfangszeit vor vier Jahren stellte ich schnell fest, dass Frau Schuler mein erster Ansprechpartner zu allen Abläufen an der Schule ist. Sie war ein echter Segen im Sekretariat! Für Ihre neue Lebensphase im Ruhestand wünschen wir ihr alles Gute und viele gesunde Jahrzehnte.“

So wurde das Schulfest 2026 zu einem Tag mit vielen Ebenen: Es war ein Fest der Begegnung, ein kreativer Abschluss einer intensiven Projektwoche, ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, ein Moment der Anerkennung durch die Stiftung Weltethos und zugleich ein Tag des Dankes an Menschen, die die Schule über viele Jahre geprägt haben. Gerade diese Verbindung machte den Tag außergewöhnlich: Die Werte, über die gesprochen wurde, waren nicht nur Thema des Festes, sondern wurden im Miteinander sichtbar.

Die GMS Döffingen versteht die Auszeichnung als Weltethos-Schule deshalb nicht als Schlusspunkt, sondern als Bestärkung und Auftrag. Als Leuchtturmschule für Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz möchte sie weiterhin Räume, Zeiten und Möglichkeiten schaffen, in denen Kinder und Jugendliche lernen, Verantwortung zu übernehmen, Perspektiven zu wechseln, Unterschiede auszuhalten und Gemeinsamkeiten zu gestalten.

Das Schulfest mit dem Titel „Wir l(i)eben Vielfalt“ hat eindrucksvoll gezeigt: Aus vielen Farben entsteht ein gemeinsames Bild. Aus vielen Stimmen entsteht ein Chor. Und aus vielen einzelnen Menschen entsteht eine Schulgemeinschaft, die sagt: Willkommen – hier bei uns.

Text: Verena Theimel